Reisebericht Dubai 2009

vom 14. bis 22. Februar 2009

Kandura und Handy


Schon länger besteht der Wunsch, Dubai kennen zu lernen. So viel haben wir schon gehört und nun wollen wir die gigantische Architektur dieser Stadt einmal mit eigenen Augen sehen und natürlich auch fotografieren. Die Möglichkeit, dafür dem deutschen Schmuddelwetter zu entfliehen, passte uns dabei prima in den Plan und gegen ein paar wärmende Sonnenstrahlen ist auch nichts einzuwenden. Wir wählten den schon bewährten Monat Februar für diese Reise, da später im Jahr die Temperaturen in diesem Wüstenstaat so unerträglich heiß werden, dass Unternehmungen im Freien unmöglich werden.

Bei der Auswahl geeigneter Reiseführer wird schnell deutlich, dass die Aktualität dieser Bücher mit der Entwicklung der Stadt nicht mithalten kann. Die meisten Reiseführer sind gnadenlos veraltet und selbst neue Auflagen aus dem Jahr 2008 "hinken" der Realität weit hinterher. Am Ergiebigsten und wesentlich aktueller sind noch die zahlreichen Internetseiten, die uns bei der Planung unserer Reise dann auch ganz hilfreich sind.

Für uns steht fest, dass wir möglichst zentral wohnen wollen und einen großen Bogen um Massentourismus und Bettenburgen machen. Nach vielen Preisvergleichen finden wir eine vernünftige Alternative in Form eines Appartements im Chelsea Tower an der Sheikh Zayed Road, buchen uns einen Flug mit Emirates Airlines und reservieren uns einen Parkplatz in Frankfurt.

Es ist eher Zufall, dass auch noch der letzte Tag des jährlich stattfindenden 4-wöchigen Shoppinfestivals - dem großen Schlussverkauf mit viel Show - in unsere Reisezeit fällt. Wir haben schon viel darüber gehört und werden uns jetzt selbst ein Bild machen können. Mal sehen was dran ist an "do buy".

Aus fotografischer Sicht erwartet uns in erster Linie Architekturfotografie. Das große Teleobjektiv kann also diesmal zu Hause bleiben. Dafür leihen wir uns noch ein 15-mm-Weitwinkelobjektiv. Mal sehen, ob uns das für diesen Zweck überzeugen kann.


Samstag, 14.02.2009 - Tag 1

Das, was wir heute Morgen beim Blick aus dem Fenster sehen, gefällt uns gar nicht. Draußen liegen wieder 10 Zentimeter Neuschnee. Statt der leichten Sommerschuhe sind Stiefel angesagt. Gut, dass wir unser Auto in Frankfurt auf dem Flughafen parken. So können wir die warmen Wintersachen im Auto verstauen und dort auf Sommerkleidung "umswitchen" - endlich!

Auf unseren Flug mit Emirates Airlines sind wir schon sehr gespannt und die Ansprüche sind hoch. Immerhin soll das eine der besten Airlines der Welt sein - auch im Service. Auf jeden Fall sind die Stewardessen hübsch und die größere Beinfreiheit fällt angenehm auf. Allerdings haben die Sitze irgendwie einen Konstruktionsfehler, denn selbst lange Beine hängen in der Luft, wenn man die Sitzlehne nach hinten stellt. Ja soll ich meine Beine vielleicht beim Vordermann über die Schultern legen?

Wir haben heute wohl einen Ausbildungsflug erwischt. Ein Glück, dass wir nur 6 Stunden fliegen, denn sonst würden wir hier mit knurrendem Magen und ziemlich dehydriert aus dem Flieger steigen. Die Crew ist völlig planlos, rennt - oder besser stolziert - unkoordiniert, wie aufgescheuchte Hühner, hin und her und braucht knapp 2 Stunden, bis wir endlich etwas zu Essen bekommen, das auch noch/wieder kalt ist. Bis die Getränke zum Essen gereicht werden, haben wir längst aufgegessen. Das viel gepriesene Bordprogramm funktioniert nicht und muss mehrmals neu gestartet werden. Auch darüber vergehen Stunden. Auf dem ganzen Flug gibt es vergleichsweise sehr wenig zu trinken. Wir fühlen uns ein wenig wie Kamele auf dem Weg in die Wüste, die schon mal an Wasserknappheit gewöhnt werden. Da reißt dann auch der Becher Eiscreme den insgesamt sehr negativen Eindruck nicht mehr heraus. Von Service - noch dazu erstklassigem - kann beim besten Willen keine Rede sein. Wir sind noch nie schlechter geflogen! Auch Uwe`s Sitznachbarin, eine junge Amerikanerin, die in England lebt und in Deutschland arbeitet (!), schüttelt nur den Kopf und ist ebenfalls fassungslos, über dieses Chaos.

Dubai empfängt uns mit einem großen Lichtermeer. Auf dem Weg zur Passkontrolle sehe ich nur ein Schild mit Lady und stürme den Raum. Verdutzt stehe ich in einem leeren Raum, nur mit Teppichen ausgelegt. Im gleichen Moment ist mir klar, dass das nicht der Ort ist, den ich suche und bin froh, dass hier gerade Niemand ist. Das "prayer" von Ladys prayer - dem Frauen-Gebetsraum - hatte ich übersehen. Ups ist das peinlich! Ein Stück weiter finde ich dann den Ort, den ich suche und schrecke nur einen kurzen Moment zurück, als ich die Kabine betrete. Da steht keine Porzellanschüssel - statt dessen gibt es nur Trittbrett und Loch. Ach du Sch...., das kann ja heiter werden! Ok, fremde Länder, fremde Sitten; es ist dringend! Toilettenpapier gibt es auch keins. Statt dessen hängt seitlich ein Duschschlauch mit kleinem Brausekopf. Naja, das erklärt, warum man hier mehr oder weniger im Wasser steht. Beim Verlassen der Toiletten kann ich noch einen Blick in andere Kabinen werfen und bin erleichtert, denn dort stehen Porzellanschüsseln. Ich lerne, dass offenbar nur die äußere Kabine so speziell ist - warum auch immer - und dass Toilettenpapier hier offenbar ein Engpass ist!

Der Anblick der Beamten bei der Passkontrolle ist etwas ungewohnt. Diese schneeweißen Seiden-Kandura und die traditionelle Kopfbedeckung bilden schon einen Gegensatz zu unserer Vorstellung von einem Grenzbeamten in Uniform. An den Manschettenknöpfen der jungen Männer glitzern unzählige Brillis. Die scheinen hier gut zu verdienen! Überall sehen wir Frauen jeden Alters in den traditionellen schwarzen Abayas . Zum Teil schauen nur noch ihre Augen zwischen dem schwarzen Tuch hervor. Diese Kleidung fasziniert uns. Auch das Flughafengebäude ist architektonisch durchaus ein "Hingucker". Der riesige Wasserfall über mehrere Etagen, Licht, das sich im Glas spiegelt und die farbenfrohe Gepäckausgabe lassen die riesige Halle richtig freundlich wirken.

Nur eine kleine Gruppe der Passagiere aus dem Flieger steht hier mit uns und wartet auf das Gepäck. Offenbar fliegt die Mehrzahl weiter. Uwe`s Sitznachbarin hatte uns erzählt, dass sie bis Johannesburg weiterfliegt und sich schon auf ihre Safari im Krueger Nationalpark freut. Wie wir sie doch beneiden, denn sofort ist unsere Afrikasehnsucht wieder da. Aber nun wollen wir mal nicht ungerecht sein. Schließlich stehen wir auch gerade vor einer Woche aufregender Erlebnisse, neuer Eindrücke - und vor angenehmen 22°C nachts um 23:30 Uhr. Ist das etwa nichts?

Wir werden abgeholt und sind wenig später im Hotel. Es liegt tatsächlich schön zentral, auch wenn schnell klar wird, dass man die Distanzen hier nicht zu Fuß bewältigen kann. Selbst um diese Uhrzeit ist noch jede Menge Verkehr.

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Dank unserer Mail an das Hotel, dass wir eine gute Aussicht wünschen, wurden wir von der 3. Etage in die 18. Etage des 48-stöckigen Gebäudes upgegradet und haben nun nicht nur eine tolle Aussicht, sondern auch ein riesiges Appartement mit 2 Schlafzimmern, 3 Bädern, einer kompletten Küche incl. Waschmaschine und Trockner und einen großen Wohnbereich mit XXL-Fernseher. Auf einige dieser Dinge könnten wir gut verzichten, aber so sind wir unabhängig und können den Tag nach unseren Vorstellungen verbringen.

Ziemlich geschafft fallen wir kurze Zeit später ins Bett. Immerhin haben wir noch eine Zeitverschiebung von 3 Stunden zu verkraften. Zum Glück liegt unser Appartement hoch genug, so dass uns der Straßen- und Baustellenlärm nicht den Schlaf raubt. Nur frische Luft, die fehlt uns. Dafür weist ein kleines Symbol, eingelassen in den Marmor der Fensterbank, den direkten Weg zu Allah. Klar, in diesem Hochhausdschungel kann man schon mal die Orientierung verlieren und Mekka versehentlich woanders suchen.



Sonntag, 15.02.2009 - Tag 2

Der Ausblick aus unserem Bett ist schon spektakulär. Unter uns erstreckt sich die 12-spurige Sheikh Zayed Road, vor uns der Blick auf den Burj Dubai, der sich noch im Bau befindet und mit mehr als 800 Meter Höhe das höchste Bauwerk der Welt sein wird. Der "Turm Dubai" wurde in Form einer Blüte gebaut und soll das neueste Luxushotel Dubais werden. Noch wird an den letzten Höhenmetern gearbeitet. Um diese architektonische Herausforderung bewundern zu können, müssen wir noch nicht einmal aufstehen - praktisch!

Direkt an der Sheikh Zayed Road verläuft die neue Metro-Linie, die am 09.09.09 eingeweiht werden soll. Direkt vor unserer Haustür wird noch fleißig an den Haltestellen gebaut, die natürlich auch nicht nur einfache Wartehäuschen werden. Die Trasse selbst scheint jedoch schon fertig gestellt zu sein.

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite sind ebenfalls viele Hochhäuser entstanden und die beiden Emirates-Towers gelten schon lange nicht mehr als die dominierenden und höchsten Gebäude in dieser pulsierenden Hauptstraße. Hochhaus an Hochhaus, jedes mit anderen architektonischen Besonderheiten, reiht sich aneinander und zum Teil stehen die Gebäude so nah beieinander, dass man wirklich von einem "Steinwurf" sprechen kann. Überall wird Tag und Nacht gearbeitet. Durch eine Baulücke können wir auf die gar nicht so weit entfernten Lagunen schauen. Vielleicht hätten wir doch das Fernglas einpacken sollen. Wie Ameisen tummeln sich unzählige Bauarbeiter auf den halbfertigen Gebäuden. Ab und zu sieht man auch mal eine weiße Kandura blitzen.

Die Sheikh Zayed Road selbst hat in jeder Fahrtrichtung 6 Spuren und es ist vollkommen unmöglich, diese Straße zu Fuß zu überqueren. Um von einer Straßenseite auf die anderen zu gelangen, braucht man schon ein Taxi. Da ist es gut, wenn die Metro fertig ist, denn dann gibt es genug Überführungen. Wir müssen wohl oder übel auf Taxis zurückgreifen.

Schon gestern Abend hatten wir gesehen, dass es irgendwie diesig/neblig ist. Leider hat sich das auch heute morgen nicht wirklich geändert. Blauer Himmel sieht anders aus. Ist das nun Smook oder Nebel? Bei dem vielen Verkehr, der hier herrscht und den zahllosen Baustellen wäre Smook nicht verwunderlich.

Bevor wir uns auf Entdeckungstour begeben, brauchen wir Geld. Gleich im Nachbargebäude ist eine kleine Bank mit Geldautomaten. Ok, dann holen wir eben unser Geld bei einer iranischen Bank. Es funktioniert reibungslos.

Heute ist der letzte Tag des diesjährigen 4-wöchigen Shoppingfestivals und in dieser Zeit finden auch im "Heritage Village" und im "Diving Village" auf der Landzunge Al Shindagha traditionelle Aufführungen statt. Heritage Village ist ein original nachgebautes Dorf mit Steinhäusern aus Berg- und Wüstenregionen, Beduinenzelten, Windtürmen und Marktständen. Mit einem Taxi des Hotels lassen wir uns für 35 Dh (ca. 7 €) dorthin bringen. Der Fahrpreis entspricht dem Taxameter.

So früh am Vormittag ist im historischen Dorf noch nichts los und wir haben viel Zeit und Muse, umher zu schlendern und uns umzusehen. In Ruhe fotografieren wir die restaurierten alten Gebäude, laufen am Creek, der Wasserader von Dubai entlang und besuchen den ehemaligen Palast des Sheikh Saeed Al Maktoum. Mit seinen schönen alten Windtürmen und den in mehreren Stockwerken um einen zentralen Innenhof angeordneten Räumen ist der Palast ein gutes Beispiel regionaler Architektur. In einer Ausstellung zur früheren Lebensweise der Menschen bekommen wir einen Einblick in das Dubai der Vergangenheit.

Am Creek bestaunen wir die voll beladenen Dhaus (alte Schiffe) und die vielen Abras (Wassertaxis), die unermüdlich auf dem Fluss kreuzen und immer gut besetzt sind.

Gegen den Hunger gibt es schnell eine Kleinigkeit - wir sind eh auf Diät. Dann geht es weiter zum Bur Dubai Souk mit traditionellen Stoffläden. Die Vielfalt der Stoffe und die Farbenpracht der zum Teil sehr edlen Tücher ist beeindruckend. Natürlich dürfen auch die passenden Schuhe dazu nicht fehlen.

Immer am Creek entlang gelangen wir in das Viertel Bastakiya, dem ältesten und ursprünglichen Stadtviertel Dubais, in dem früher die iranischen Einwanderer gelebt haben. Ihre Häuser aus Lehm und Korallenstein mit den Windtürmen, die für ein angenehmes Wohnklima sorgten, wurden vollständig restauriert und bilden nun ein sehr malerisches Viertel. (Die Iraner waren es auch, die die Technik der Windtürme nach Dubai gebracht haben).

Hier laufen wir durch die verwinkelten Gassen (Sikkas genannt), statten dem Coin-House (Münz-Museeum) mit seinen Gold- und Silbermünzen aus allen Zeitepochen einen Besuch ab und verpflichten das Kamel, das vor dem Restaurant Bastakiah Night geparkt ist, zu einem kleinen Fotoshoot. Die weiße Kuppel der großen Moschee bildet einen hübschen Kontrast zu den alten Gemäuern.

Im Architektur-Museum gönnen wir uns im Schatten des Innenhofs eine kurze Pause. Gerade kommen 2 Frauen in abayas, das Gesicht verschleiert. Dort, wo normalerweise der kleiner Schlitz für die Augen gelassen wird, sitzt eine große dunkle Sonnenbrille. Wir kichern dezent vor uns hin. Bei uns wäre das ein Verstoß gegen das Vermummungsverbot.

Etwas schwerfällig raffen wir uns wieder auf. Tagsüber sind die Temperaturen schon ganz schön hoch und man ist dankbar über eine kühle Brise oder ein Plätzchen im Schatten. Am Creek entlang laufen wir zurück bis zum Heritage-Village. Hier sollen ab 17:00 Uhr Vorführungen stattfinden.

Beduinenfrauen bereiten, auf dem Boden sitzend, vor den Augen der Besucher traditionelle Speisen zu. Ein Junge lädt uns zu einem süßen Tee ein. Im abgesperrten Bühnenbereich jonglieren Jungs jeden Alters mit Gewehratrappen zu lauter arabischer Musik. Sie sind so geschickt darin und mit Stolz und Eifer dabei, dass man den Eindruck gewinnt, sie machen den ganzen Tag nichts anderes.

2 Kamele können geritten werden und ein alter Mann mit einer Kuh führt vor, wie Wasser geschöpft wird. Frauen kann man beim Flechten von Bändern zuschauen und in einem großen Messingkübel wird gerade Bonbonmasse zubereitet, die allerdings so gar nicht lecker riecht.

Eine Gruppe junger Männer mit Musikinstrumenten läuft durch das "Dorf" und auf der Bühne führen kleine Mädchen "Na'asht"-Tänze vor. Diese Tänze bestehen vor allem im Haare schwingen. Es fällt auf, dass alle Mädchen lange Haare haben und in ihren glitzernden und funkelnden Kleidchen sehen sie aus wie kleine Prinzessinnen, die immer wieder ihr langes Haar von einer Seite auf die andere werfen. Ok, schön aussehen, glitzern und Haare werfen ist offenbar für ein Mädchen wichtig.

Für die Jungen scheint der Umgang mit dem Gewehr eine besondere Bedeutung zu haben. Überhaupt ist hier kein einziger Junge, der keine Gewehrattrappe in der Hand hält. Wer seine vergessen hat, kann überall an den Ständen so ein Teil kaufen. Wir sind etwas irritiert.


Das ganze Gelände des Heritage Village ist stimmungsvoll beleuchtet und wir bedauern, jetzt kein Stativ zur Hand zu haben.

Irgendwann haben wir dann aber genug gesehen und machen uns auf den Heimweg. Am nahe gelegen Taxistand warten wir. Gefühlte Stunden später ist noch immer kein Taxi gekommen und so beschließen wir, noch einmal ein Stück in Richtung Bur Dubai Souk zu laufen. Dort war vor ein paar Stunden noch richtig viel Verkehr und die Chance auf ein Taxi ist dort sicher größer. Diese Rechnung geht auch auf und kaum sind wir dort angekommen, hält auch schon ein Taxi. Uwe befolgt den Rat der Reiseführer und fragt nach dem Preis. Der Taxifahrer will 30 Dh (6 €) und wir sind einverstanden. (Wir hätten auch das Doppelte gezahlt, so kaputt sind wir.) Unterwegs zeigt sich dann der Grund, weshalb wir am Taxistand vor dem Heritage Village so lange vergeblich gewartet haben. Stau in diese Richtung und nichts geht mehr. Frech und ohne auch nur zu fragen, fährt der Taxifahrer mit uns erst einmal tanken, obwohl sein Tank noch ¼ voll ist. Beim Aussteigen vor unserem Hotel zeigt das Taxameter, das weiter gelaufen ist, 16 Dh (~3 €). Ein schlechter Deal aber ein wertvolles Lehrgeld. Das war das erste und letzte Mal, dass wir nach dem Preis gefragt haben!


Montag, 16.02.2009 - Tag 3

Heute wollen wir der großen Shopping-"Mall of the Emirates" im Stadtteil Al-Barsha, einen Besuch abstatten. Mit einem Taxi des Hotels werden wir für 45 Dh vor der Tür der Mall abgesetzt. Bequemer geht es wirklich nicht. Hauptattraktion dieser Mall ist die integrierte Ski-Halle. Getrennt durch eine dicke Glasscheibe schauen wir dem unwirklichen Treiben bei Minus 4°C und jeder Menge Schnee zu. In dicker Winterkleidung, die am Eingang gestellt wird, machen Kinder eine Scheeballschlacht, rutschen mit ihrem Plastikrodel einen kleinen Hang hinunter und lutschen an den Eisskulpturen. Wie in einem Skigebiet gibt es sogar einen Sessellift und die längste Abfahrt der Skipiste soll immerhin 400 Meter lang sein. Gerade lassen sich ein paar Skifahrer mit dem Sessellift nach oben bringen. Nachts wird die Halle auf Minus 7°C herunter gekühlt, damit man es schneien lassen kann. Pervers, wenn man sich vor Augen führt, dass wir hier in der Wüste sind und draußen gerade 28°C herrschen.

Die mehr als 450 Geschäfte in dieser Mall sind überwiegend Luxusgeschäfte bekannter Hersteller. Offenbar war der Schlussverkauf nicht wirklich erfolgreich, denn die Geschäfte sind noch voll mit Winterware. Die bekommt man dann auch tatsächlich mit Preisnachlässen von bis zu 70 Prozent, doch wer will nach diesem langen Winter noch Winterklamotten? Wir jedenfalls nicht. Ohnehin frage ich mich mal wieder, was die hier mit Stiefeln und Mützen und Pelzjacken wollen. Der hiesige Winter hat ungefähr Temperaturen, wie unser deutscher Sommer. Aber gut, dieses Thema kennen wir ja schon aus den afrikanischen Ländern. Bei Sommertemperaturen von 50°C aufwärts relativiert sich eben das Wärmeempfinden. Saisonunabhängige Produkte haben meist Preise, wie in Deutschland auch. Lediglich Luxusgüter sind günstiger. Plasmafernseher z. B. sind verhältnismäßig preiswert, aber eben auch nicht wirklich handlich als Reisegepäck. So richtig große Augen bekommen wir beim Fotoequipment. Nicht, weil das günstiger ist, sondern über die große Auswahl. Das erste Mal können wir die begehrten Zeiss-Objektive in die Hand nehmen und ich muss die natürlich gleich mal an meiner Kamera ausprobieren. Allerdings liegen auch diese Preise über denen, die wir beim Kauf über das Internet in Deutschland bezahlen würden. Es lohnt sich also nicht. Dafür liegt hier sogar das 800-mm-Teleobjektiv im Schaufenster.

Bei "Harvey Nichols" breitet sich ein Schuhangebot vor mir aus, das mich fast schwach werden lässt. Highheels in jeder Farbe, halsbrecherische Absätze und wirklich geile Schuhe, bei denen jede Frau ins Schwärmen gerät. Nur flache Schuhe, mit denen man auch mal wirklich laufen kann, die sind rar. Die überwiegend männlichen Verkäufer schütteln verständnislos den Kopf über meinen bescheuerten Wunsch, (flache) Schuhe zum Laufen haben zu wollen. Ich kann sie ja verstehen bei diesem Angebot.

Jetzt gönnen wir uns erst einmal ein leckeres Stück Kuchen und eine große Tasse Schoki. Schließlich brauchen wir Kraft, die ganzen Laden-Passagen zu besichtigen. Später haben wir im riesigen Food-Court die Qual der Wahl. Ähnlich wie in amerikanischen Malls gibt es auch hier Imbissstände für jede nur denkbare Geschmacksrichtung. Das Essen ist gut, reichlich und günstig.

Zum Abschluss unseres Besuchs in der "Mall of Emirates" am späten Nachmittag (die Malls haben bis 22 Uhr geöffnet) statten wir noch dem großen Supermarkt einen Besuch ab. Hier bekommen wir alles, was wir als Selbstversorger morgens benötigen. Mit dem Taxi lassen wir uns für 30 Dh (~6 €) zurück zum Hotel bringen. Die 15 Dh (~3 €) Differenz im Fahrpreis sind also der "Hotelzuschlag".

Abends machen wir uns mit dem Stativ noch einmal auf den Weg, um die tollen Gebäude an der Sheikh Zayed Road zu fotografieren. Vom geliehenen 15-mm-Weitwinkelobjektiv sind wir begeistert. Viel zu schnell vergeht die Zeit und wir haben noch längst nicht alle neuen Gebäude dieser Gegend fotografiert. Dabei werden alle Gebäude nachts irgendwie illuminiert und so wirkt jedes Bauwerk auf seine ganz besondere Art.



Dienstag, 17.02.2009 - Tag 4

"Do buy" - diese Wortschöpfung kommt sicher nicht von ungefähr. Schließlich gibt es unzählige Malls und jedes neu eröffnete Shopping-Centre überbietet alle Vorhergehenden. So verhält es sich auch mit der erst kürzlich eröffneten "Dubai Mall". Vom Bett aus können wir sie auf der anderen Seite der Sheikh Zayed Road, in Luftlinie zum "Burj Dubai" sehen. Sie soll 1 Mio qm groß sein, 1.200 Geschäfte, dazu noch das größte Aquarium der Welt, verteilt auf drei Etagen und eine Kunsteisbahn mit Eishockeymaßen haben. Das wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen.

Um die Sheikh Zayed Road zu überqueren, nehmen wir das Taxi und sind mit schlappen 20 Dh (~4 €) am Ort des Staunens. Vor uns, mitten im Herzen des Einkaufszentrums breitet sich die große Kunsteisbahn aus. Uwe sieht mir an, wie es mich reizt, hier ein paar Runden zu drehen. Die Vernunft siegt aber doch und so belassen wir es beim Zuschauen. Obwohl viele Geschäfte noch nicht eingezogen sind, ist die Mall sehr schön und gefällt uns besser, als die "Mall of Emirates".

Gemütlich schlendern wir durch den großen Gold-Souk. Dieser Komplex ist architektonisch sehr liebevoll und aufwendig gestaltet und ein Erlebnis für sich. In einem hübschen kleinen Cafe legen wir eine Pause ein.

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Nach einem orientierenden Blick in den Lageplan stehen wir bald darauf vor dem riesigen Aquarium, dem "Dubai Aquarium & Discovery Centre". Der Anblick ist gigantisch. Im riesigen Becken schwimmen unzählige Fischschwärme, riesige Barsche, unterschiedlichste Haiarten und viele Rochen drehen elegant ihre Bahnen. Hier kann man stundenlang verweilen. Natürlich wollen wir auch durch den Tunnel laufen und dem Hai mal "den Bauch kitzeln".

In der 3. Etage kann man dann auch noch hinter die Kulissen des Aquariums schauen. Dort gibt es weitere Becken, Terrarien und Käfige mit vielen Fischen, Fischottern, Krokodilen, kleinen Pythons, Pinguinen und Nutrias. Auch den großen Barschen, Haien und Rochen kann man recht nah kommen.

Ein Highlight ganz anderer Art erwartet mich am aufwendig gestalteten Catwalk der Mall. Hier finden unter einer großen, farbig beleuchteten Kuppel Modenschauen statt (wenn sie stattfinden). Gleich daneben ein Geschäft von "Manolo Blahnik". Ich bekomme Schnappatmung. Endlich kann ich mal echte Manolos anfassen! Da schaut natürlich jeder Mann verständnislos. Diese Schuhe sind nicht nur Schuhe, sondern Kult. Ein ganz klein wenig muss ich zwar bei den Preisen von 550 Euro aufwärts dann doch schlucken, aber einen Kauf dieser Kultobjekte hatte ich ohnehin nicht ins Auge gefasst. Schön, sie gesehen zu haben.

Uns fällt auf, dass vormittags in den Malls noch sehr wenig Leute sind. Richtig voll wird es erst so ab 16:00 Uhr. Viele der vorwiegend jungen Frauen, die hier in ihren Abayas genüsslich shoppen, haben gleich noch ein Mädchen - meist Inderinnen - dabei, die etwas abseits steht und ihnen die Tüten schleppt und/oder den Kinderwagen schiebt.

Überhaupt sind die Rollen im Wüstenstaat recht klar verteilt. Auf dem Bau arbeiten überwiegend Inder, die dann meist auch gleich auf der Baustelle in bescheidenen Verhältnissen leben. Die Taxifahrer sind größtenteils Pakistanis und Lybier, das Verkaufspersonal zu mehr als 90 % Asiaten. Erst, wenn es um wirklich hochwertige Ware geht, wie z. B. Schmuck, trifft man auch auf Araber.

Es versteht sich von selbst, dass wir uns den hiesigen Sitten angepasst haben und weder in kurzen Hosen noch im Spaghetti-Top oder ärmellos unterwegs sind. Dennoch wird man in jedem Geschäft von oben bis unten taxiert. Eine Eigenart, die auch in Deutschland sehr ausgeprägt ist. Je höherwertiger die Ware, umso zickiger und arroganter das Personal. Diese Taktik beherrscht man auch in Dubai ganz gut.

Von der Mall aus lassen wir uns am frühen Abend mit dem Taxi für 10 Dh (~2 €) zurück ins Hotel bringen. Nach kurzer Verschnaufpause ziehen wir noch einmal durch die Gegend.



Mittwoch, 18.02.2009 - Tag 5

Heute morgen wollen wir zum Deira-"Fish-, Meat + Vegetable Market" östlich des Al-Shindagha-Tunnels, der täglich stattfindet. Für 35 Dh (~7 €) setzt uns das Taxi vor der Tür der Markthalle ab. Schon steht ein alter Mann mit einer Schubkarre neben unserem Taxi, noch bevor wir überhaupt ausgestiegen sind. He, was will der?

Wir lehnen dankend ab und betreten die große überdachte Halle des Fischmarktes, die an den Seiten offen ist. An langen weiß gefliesten Tischen stehen hunderte von Männern vor Bergen von Fisch und Meerestieren. In der Halle herrscht reges Treiben und ein ziemlich hoher Lautstärkepegel.

Jetzt sehen wir auch, was es mit der Schubkarre auf sich hat. Die Fische sind zum Teil so groß, dass man sie gar nicht tragen kann. Fisch wird hier mit der Schubkarre eingekauft. Gerade wird ein Haifisch abtransportiert und ich beeile mich, das noch in einem Foto einzufangen.

Vor der Halle stehen große Wasserbecken, in denen offenbar auch noch lebende Fische aufbewahrt werden. Überall fliegen aufgeregt und laut schreiend Möwen umher. Alle spekulieren auf ein paar leckere Häppchen. Es ist ein sehr lebendiges Treiben.

Wir laufen durch die schmalen Gänge, hören zu, wie um den Preis gefeilscht wird und bestaunen die Artenvielfalt, die hier angeboten wird. Wahnsinn, was die Natur für Schätze bereit hält. Immer wieder sehen wir auch zu großen Haufen aufgetürmte Baby-Haie.

Unbehagen regt sich. Wie soll die Natur sich von einem Raubbau in diesem Umfang immer wieder erholen? Dieser Fischmarkt ist nur einer von vielen und die Warnung vor einer Überfischung der Meere bekommt hier ein ganz konkretes Gesicht. Wir betrachten das Ganze mit gemischten Gefühlen, obwohl auch wir natürlich begeisterte Fischesser sind.

Die toten Fische werden von unserem Unbehagen aber auch nicht wieder lebendig und so versuchen wir wenigstens, das Treiben und die sauber aufgestapelten fangfrischen Fische und Meeresfrüchte zu fotografieren.

Plötzlich kommt einer der Verkäufer auf die Idee, dass wir ein Bild von ihm machen sollten. Das tun wir natürlich gern. Wie eine Kettenreaktion will nun Jeder fotografiert werden. Mit Fisch, mit Freund, mit Stand. Alle Händler sind sehr freundlich und gar nicht aufdringlich. Eine Weile machen wir das Spiel mit, aber dann reicht es. Wenn wir hier jedem Wunsch nachkommen wollen, sind wir Stunden beschäftigt. Die sind ja richtig fotogeil und freuen sich wie Kinder, wenn sie sich auf dem Display sehen können.

Immer wieder werden wir aufgefordert, die Nummer ihres Standes mit zu fotografieren und beim nächsten Besuch sollen wir unbedingt die Bilder mitbringen. Naja, oft muss so ein Foto für mehrere Jahre ihren Platz in der Familie einnehmen, die irgendwo weit weg in einem anderen Land lebt. Auch hier arbeiten überwiegend Gastarbeiter aus unterschiedlichsten Nationen. Mit unseren Bildern könnten wir uns gerade mehrere Schubkarren voll Fisch verdienen.

Irgendwann reicht es uns dann aber doch und wir "flüchten" in den angrenzenden Fleischmarkt. Kaum haben wir dort das erste Foto gemacht, geht das Spiel weiter. Nun will jeder Metzger hinter seiner Theke fotografiert werden und ich soll auch gleich noch mit hinter den Tresen an die Brust des Metzgers. Nee Leute, jetzt reicht`s. Es gibt hier im moslemischen Land kein Schwein, dafür viel Ziege, Schaf, Kamel, Rind und Hühner.

Die Stände sind relativ sauber und da dieser Gebäudeteil geschlossen und klimatisiert ist, gibt es auch wenig Fliegen. Eher flüchtig machen wir noch ein paar Schnappschüsse von den Kamel- und Ziegenköpfen, aufgestapelten Schafsläufen und "Kühlschränken". Dann besuchen wir den angrenzenden Obst- und Gemüsemarkt. Hier ist noch wenig los und es geht etwas beschaulicher zu. Dafür ist das Angebot an Obst und Gemüse umwerfend.

Im Vergleich zum Gewusel auf dem Fischmarkt wirkt das hier richtig lethargisch. Dennoch gibt es kein Obst, das nicht angeboten wird: Kirschen aus Australien, Erdbeeren aus Neuseeland, Granatäpfel aus Indien, .... - die Welt trifft sich am Obststand. An den verhältnismäßig kleinen Gemüseständen sitzen die Händler inmitten ihrer Ware und das sieht richtig witzig aus. Sie können sich kaum bewegen.

Nachdem wir auch hier eine Runde gedreht haben, laufen wir hinüber zum Gold Souk. Goldschmuck und Diamanten, so weit das Auge reicht. In jedem Schaufenster glitzert und funkelt es im Überfluss.

Zu blöd, dass ich die Preise gedanklich in Objektive umrechne. Mich reizt dieser Glitzerkram nicht und so schlendern wir unbeeindruckt durch die Ladenpassagen. Aber teilweise gibt es schon tolle Kreationen. Wir haben unseren Spaß daran zu beobachten, wie eine deutsche Reisegruppe der "Aida", die gerade im Hafen liegt, letzte Instruktionen bekommt, bevor sie zum Kauf losgelassen wird. Auch eine Gruppe Chinesen stürmt soeben hitzig die Geschäfte.

Nach einer Verschnaufpause nehmen wir uns den Spice-Souk (Gewürzmarkt) vor. Durch die schmalen dunklen Gassen schieben sich mit uns mehrere Touristengruppen - die Wasserflasche oder das Stöckchen ihres "Anführers" fest im Blick. Wir grinsen uns an und freuen uns über unsere Unabhängigkeit.

Der Gewürzmarkt enttäuscht. Ist das wirklich alles? Wir hatten von großen Säcken und vielfältigen Gewürzen geträumt. Statt dessen stehen nur einige wenige Plastiksäcke vor den kleinen Geschäften und das Angebot ist fast überall gleich. Getrocknete Zitronen, Weihrauch, Alaun, Schwefelblöcke, Safran, Rosenblätter und -knospen, Lavendelblüten, Zimtstangen, Kardamom, Muskatnüsse und ein paar andere undefinierbare Dinge.

Schade, wir hätten es gern etwas üppiger gehabt. Zum Kauf animiert uns hier keines der Gewürze. Wir treten den Rückzug an und laufen ein Stück am Creek entlang.

Der Creek ist ein ca. 14 Kilometer langer Meeresarm, der die Stadt Dubai in zwei Teile teilt - Bur Dubai und Deira. Seine Breite variiert zwischen 115 und 1400 Meter. Von einer Seite auf die Andere gelangt man mit den Abras (Wassertaxis) oder modernen Wasserbussen. 1 Dh (0,20 €) kostet das Übersetzen über den Creek mit einem Wassertaxi.

Auf dem Creek werden mit Dhaus - alten Holzschiffen - viele Waren transportiert. Beim Beladen der Dhaus schauen wir eine Weile zu. Die Schiffe ankern in 5 bis 9 Reihen am Kai und vor ihnen türmen sich Berge von Waren auf. Für unser Empfinden ein heilloses Chaos. Wie soll hier jemals die richtige Ware den richtigen Empfänger erreichen? Ob es funktioniert - wir wissen es nicht. Jedenfalls liegen hier Stoffballen neben großen Plasmafernsehern und Kisten über Kisten. Die werden noch nicht einmal bewacht und sind für Jedermann zugänglich. Unvorstellbar, dass hier nichts geklaut wird.

Eigentlich haben wir Lust auf eine Rundfahrt mit dem neuen Wasserbus. Die sind zwar geschlossen, weil klimatisiert, aber bei der Wärme haben wir nichts dagegen einzuwenden. Wir werden von einer Abrastation zur nächsten verwiesen und Niemand kann uns wirklich sagen, wo die Haltestelle für den Wasserbus ist.

Von der nächsten Abrastation aus wollen wir erst einmal auf die andere Seite übersetzen und steigen auf diesen klapprigen, nach Diesel stinkenden Holzkahn. In nur wenigen Minuten ist das Abra voll besetzt und tuckert laut stinkend ans andere Ufer. Die Wärme und der Gestank sind keine gute Mischung. Zu einer Abra-Rundfahrt verspüren wir keine Lust, auch wenn die immer wieder angeboten wird.

Die Suche nach der Haltestelle des Wasserbusses gestaltet sich dagegen schwierig. Irgendwo da vorn beim Heritage Village soll die Haltestelle sein. Das ist uns aber dann doch zu weit, denn so langsam haben wir Plattfüße.

Wir beschließen, mit dem Taxi zum BurJuman Centre zu fahren. Diese Nobel-Mall beherbergt alle möglichen Designer. Wieder werden wir in jedem Geschäft taxiert. Fündig werden wir nicht. Unseren Kontostand freut`s. Wie schon in den anderen Malls sind die Geschäfte noch voll mit Winterware. Für die neue Frühjahrs- und Sommerkollektion sind wir dagegen noch einen Monat zu früh. Schade, das hätte eher etwas werden können. Insgesamt ist diese Mall ein wenig langweilig und steril. Kein Vergleich zur Dubai-Mall. Dafür lassen wir uns die Leckereien in einem Cafe gut schmecken. Schließlich verbrennen wir hier genug Kalorien.

Mit dem nächsten Taxi fahren wir zur Wafi Mall. Diese Mall wurde im ägyptischen Stil gebaut und hat in ihrem Inneren viele goldene Säulen mit ägyptischen Schriftzeichen. Zum Komplex gehört auch das Raffles-Hotel in Form einer Pyramide mit Glaskuppel. Im Außenbereich setzt sich das ägyptische Thema mit Stelen, ägyptischen Inschriften, Skulpturen und Säulen fort.

Im Angebot in der Wafi Mall setzt sich das Thema dieser Mall fort - glitzern, was das Zeug hält! Wer hier üppige Festkleider sucht, wird die Qual der Wahl haben. Überhaupt können wir beobachten, dass die Dubai'in sehr viel Wert auf Glitzer und Glamour legen. Selbst an den Abayas funkeln und glitzern Pailletten, Perlen und Strass.

Noch nicht einmal Handys sind von dieser Glitzermanie ausgenommen. Strass- und mit Diamanten besetzte Handys gibt es für jeden Geldbeutel und Geschmack. Überhaupt haben Handys hier einen immensen Stellenwert. Auch bei den Moslems hat ein neues Zeitalter Einzug gehalten. So, wie früher die Gebetskette in der Hand ruhte, tut es heute das Handy. Offenbar musste der Platz in den Taschen der Kandura und Abayas der neuen Technik weichen. Vielleicht hat man so ja den direkten Draht nach oben! Telefoniert wird jedenfalls immer und überall - lang und leidenschaftlich, egal ob auf der Toilette, beim Shoppen, Essen, Fahren. Eine Frau, die auf sich hält, hat natürlich immer mehrere Handys in der Tasche. Gegen diese Telefonitis sind wir Deutschen "Weisenknaben"!

Nachdem wir uns einen Überblick über diese Mall verschafft haben, fahren wir mit dem Taxi zurück ins Hotel. Noch immer ist es angenehm warm. Mit meinem Stativ bewaffnet, lassen wir uns noch einmal bei Nacht zur Landzunge Al Shindagha in das historische Viertel fahren. Die restaurierten Gebäude sind sehr stimmungsvoll beleuchtet.

Im "House of the Camel", einem restaurierten alten Gebäudekomplex hinter dem Palast des Sheikh Saeed Al Maktoum, wird uns mit viel Hingabe und ebenso viel Stolz alles gezeigt und vorgeführt. Hier gibt es sogar präparierte Kamele, die elektrisch angetrieben und "geritten" werden können. Man erfährt viel zur Bedeutung des Kamels in diesem Land.

Auch der Palast des Sheikh Saeed Al Maktoum ist noch geöffnet und wir können in aller Ruhe stimmungsvolle Aufnahmen machen.

Am Creek entlang laufen wir weiter ins Bastakiya Viertel, um die traditionellen Häuser in ihrer märchenhaft anmutenden Beleuchtung zu fotografieren. Es ist noch immer angenehm warm und auch hier sind wenig Menschen unterwegs.

Während dem Fotografieren kommt ein eiliger Radfahrer vorbei geradelt, schaut nur kurz zu uns herüber und verschwindet um die Ecke. Es dauert gerade so lange, wie ein Gedanke vom Kopf in die Füße übertragen wird und er kommt zurück, radelt uns mehrmals durchs Bild, dreht vorsichtshalber eine Runde um den ganzen Platz und radelt noch einmal durchs Bild. Als er sich endlich zum Abgang entschließt, vergewissert er sich noch, dass wir vom Fernsehen sind. Völlig perplex über diese Aktion bekommen wir nur ein knappes "no" heraus, bevor wir uns fast ausschütten vor Lachen. Der Gute hatte noch nichts von Langzeitbelichtung gehört. Seine Chance, sich auf einem unserer Bilder zu verewigen, ging gegen Null.

Gerade, als wir endlich vor dem Basta Art Cafe zusammenpacken, hält ein Taxi und bringt uns für 20 Dh (~4 €) ins Hotel zurück. Ziemlich geschafft fallen wir kurze Zeit später ins Bett.



Donnerstag, 19.02.2009 - Tag 6

Blauen Himmel haben wir auch in den letzten Tagen nicht zu sehen bekommen, aber heute ist es noch bewölkter/diesiger als in den letzten Tagen. Dennoch ist es verhältnismäßig warm. Wir haben vor, den heutigen Tag mit dem Sightseeing-Bus durch die Stadt zu touren. "The Big Bus" sind doppelstöckige Busse á la London mit Panoramadach. Befahren werden zwei Routen. Die rote Route ist eine City-Tour und die blaue Route ist die Beach-Tour. Für 46 Euro/Person kann man den ganzen Tag auf beiden Routen fahren und beliebig oft ein- und aussteigen. Diesen doch recht üppigen Preis wollen wir natürlich so richtig abfahren.

Mit dem Taxi lassen wir uns zur nächstgelegenen Haltestelle an der Jumeirah Mosque (Jumeirah Moschee) in der Jumeirah Beach Road bringen. Unser Taxifahrer ist aber offenbar anderer Meinung als wir und fährt uns bis zum öffentlichen Strand des Jumeirah Beach. Ok, dann schauen wir uns den eben erst einmal an und laufen das Stück zurück. Uwe hat sowieso keine Lust auf eine Moschee-Führung, denn die hätte um 10:00 Uhr begonnen. Dafür wären wir jetzt etwas zu spät. Mein sonst so unerschrockener Mann gruselt sich bei dem Gedanken, barfuss durch die Moschee zu tappen. Leider haben meine Füße heute beschlossen, in Streik zu treten und nach wenigen Schritten habe ich üble Blasen. Fürsorglich marschiert Uwe ins nächste Shoppingcenter und kehrt erst zurück, als er Blasenpflaster erbeutet hat. Jetzt kann es weitergehen.

Zuerst schauen wir uns die Jumeirah Moschee an. Mit den vielen (Touri-)Schuhen vor der Tür sieht das schon witzig aus. Die Moschee, die aus elfenbeinfarbigem Kalkstein gebaut wurde und dank ihrer Türme weithin sichtbar ist, gilt als die größte und schönste Moschee in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Nachdem wir das Gebäude aus der Nähe besichtigt haben, warten wir an der nahe gelegenen (klimatisierten) Bushaltestelle auf den nächsten Tour-Bus, der uns auf der Jumeirah Beach Road bis zum Hotel Burj Al Arab (bzw. bis zu dessen Festung) bringt. Ein hoher Zaun versperrt bis weit ins Wasser die Sicht auf das angrenzende Hotelgelände.

Wir laufen bis zur Zufahrtsstraße des "Burj Al Arab" und hoffen, wenigstens bis zum Eingang des Hotels zu gelangen. Fehlanzeige. Jede Menge Security, hohe Zäune und massive Boller machen uns schnell klar, dass das gemeine Fußvolk hier nichts zu suchen hat. Das "Welcome-Centre" trennt die Spreu vom Weizen bereits weit vor dem Eingang zum Hotel. Eine tolle Harmonie von Boller, Zaun und "Welcome"!

Mit Müh' und Not können wir ein paar Fotos schießen aber selbst da steht ein Security-Mensch hinter uns und würde uns am liebsten wegzerren. Wenigstens sind sie nicht aggressiv.

Wir hatten gelesen, dass man vom angrenzenden Hotel "Medinat Jumeirah Beach" eine gute Sicht auf das "Burj Al Arab" haben soll. Also wollen wir dort versuchen, eine vernünftige Fotoperspektive auf das imposante Hotel zu finden. Von der Brücke des Hotels "Medinat Jumeirah Beach" hat man tatsächlich eine ganz gute Fotoposition, allerdings nie unverbaut. Wir schauen uns den großen Hotelkomplex an und können uns auch ungehindert im Souk des Hotels bewegen. Hier gibt es viele Souvenirgeschäfte. Insgesamt ist das Hotel sehr schön, wenn auch ziemlich groß. Durch die Außenanlagen ziehen Kanäle, die mit elektrischen Abras befahren werden können. Unser Ziel ist der Strand und so versuchen wir, an den gut bewachten Zugängen unbemerkt vorbei zu kommen. Fehlanzeige - der "Bewacher" hat gleich einen Belegungsplan dabei und kann sofort nachvollziehen, ob er einen Hotelgast vor sich hat. Langsam haben wir die Nase voll von der Aktion. Wir werden auch ganz gut weiterleben können, wenn wir dieses blöde Hotel nicht aus der Nähe gesehen und fotografiert haben. Vorsorglich haben wir uns ja für den Freitag einen Tisch im Al Mahara-Restaurant des Burj Al Arab reserviert. Theoretisch hätten wir dann zumindest eine kleine Chance, mehr von dem Hotel zu sehen, doch irgendwie vergeht uns hier gerade die Lust darauf. Selbst Moscheen darf man als Nichtmoslem zu festen Zeiten besichtigen, wieso also nicht dieses blöde Hotel?

Wir verweilen noch etwas im Hotel "Medinat Jumeirah Beach" und laufen dann zur nächsten Haltestelle des Tour-Busses, direkt vor dem Hotel. Die kleine Asiatin, die die Fahrkarten verkauft, will uns noch dazu überreden, für 100 Dh pro Person (also ~40 € für Beide) den Eintritt für das Aquarium im Hotel "Atlantis" mit zu buchen, doch wir weigern uns standhaft. Daraufhin wird sie ziemlich pampig und zickig, aber das ist uns egal. Wir haben schließlich schon für wesentlich weniger Geld das Aquarium in der Dubai-Mall besucht und goldene Fische haben die dort auch nicht. Der Bus fährt auf die Palmeninsel. Diese künstlich im Meer aufgeschüttete Insel in Form einer Palme ist schon gigantisch. Wir fahren sozusagen den Stamm entlang in Richtung Meer. Links und rechts von uns stehen Appartementsiedlungen und ein wenig komme ich mir vor wie in ehemaligen Plattenbausiedlungen - nur ein wenig schöner gelegen. Die Appartementkomplexe haben alle Namen, damit man sie überhaupt voneinander unterscheiden kann. Wer kauft hier eine Wohnung, wo man so dicht aufeinander wohnt? Eine mehrspurige breite Straße führt direkt zum Hotel "Atlantis", das sich sozusagen in der "Krone" der Palme befindet. Der große rosa Gebäudekomplex mit dem riesigen Torbogen ist schon von weitem zu sehen. Auch hier ist die Metrolinie bereits fertig, aber zwischendrin gibt es auch noch große Baustellen. Ein Stück weiter in Richtung Hotel "Atlantis" gibt es dann sogar Einzelgrundstücke mit kleineren Häusern. Eine ruhige Lage sieht allerdings anders aus.

Im Hotel "Atlantis", das wir immerhin betreten dürfen, werden wir darin bestätigt, dass der Eintritt für das Aquarium Abzocke ist. Das riesige Aquarium, in dem wieder viele Fische leben und auch Haie und große Mantelrochen ein neues Zuhause gefunden haben, kann man auch so bestaunen.

Wir schauen uns etwas um, doch weit kommt das gewöhnliche Fußvolk nicht. Überall stehen Wachposten und trennen die Spreu vom Weizen. Die Zugänge sind festungsmäßig bewacht.

Wir haben genug gesehen und der nächste Bus bringt uns wieder zurück zur Stadt, vorbei an der Baustelle des "Burj Dubai" - dem welthöchsten Turm Dubais. Der Fahrtwind bläst uns ordentlich durch. Gut, dass wir heute die Jacken dabei haben.


An der "Wafi Mall" steigen wir um in die rote City-Linie. Die meisten City-Ziele kennen wir schon, aber so sehen wir das Ganze mal aus der fahrenden Perspektive. Heute Nachmittag ist besonders viel Verkehr, denn morgen ist hier "Sonntag". Einen Zwischenstopp machen wir noch am Creek. Hier hat man einen schönen Blick auf das gegenüberliegende Bankenviertel.

Wir steigen am Deira City Centre aus. Das ist die größte Mall unter den innerstädtischen Shoppingcentern. Sie liegt gegenüber dem "Dubai Creek Golf & Yacht Club". Hier gibt es sogar bezahlbare Läden und mehrere Foto-/Elektronik-Geschäfte. Doch auch hier liegen die Preise über denen des Internets. Wir bummeln noch ein wenig, Essen im Food-Court und begeben uns dann zum Taxistand. Hier steht eine Menschenschlange von gut 50-60 Metern und wir stellen uns auf ein abendfüllendes Warten ein. Erstaunlicherweise geht es aber sehr flott und bald können auch wir in das nächste ankommende Taxi steigen. Wieder einmal müssen wir dem Taxifahrer beschreiben, wo der Chelsea Tower ist. Viele der Taxifahrer sprechen sehr schlecht englisch. Es hat sich bewährt, dass Uwe immer die Hotelkarte griffbereit in der Tasche hat und wir ein paar markante Gebäude/Hotels/Location der unmittelbaren Nachbarschaft aufzählen können. Außerdem stellt sich für die Taxifahrer immer wieder die Frage nach der Straßenseite, auf der das Hotel ist. Nach einigen Diskussionen können wir auch das klären. Wohlbehalten, schnell und preiswert bringt er uns zurück zu unserem Hotel.


Freitag, 20.02.2009 - Tag 7

Heute ist hier "Sonntag" und es geht ein klein wenig ruhiger zu auf der Sheikh Zayed Road. Gestern Abend haben wir entschieden, dass wir auf den teuersten Fisch unseres Lebens verzichten werden. Wir haben keine Lust mehr auf einen Besuch im Burj Al Arab. Den schon Wochen vorher reservierten Tisch im Restaurant Al Mahara lassen wir absagen. Kreditkartendetails hatten wir bei der Buchung im Internet nicht hinterlegen müssen und rechtzeitig genug ist unsere Absage auch. Ein großes Aquarium haben wir in der Dubai-Mall gesehen und wenn die sich so anstellen, wie am "Welcome-Centre", dann geht dort mit uns noch einer auf die Toilette oder legt uns Augenbinden an, damit wir auf dem Weg zum Restaurant nichts abgucken. Darauf können wir verzichten. Erst zu Hause, beim Checken unserer E-Mails sehen wir, dass das Hotel uns 2 Wochen nach unserer Reservierung, als wir schon unterwegs waren, noch die Kreditkartendetails abgefragt hat und gleich noch eine lange Liste an Verhaltensregeln mitgeschickt hat. Es wäre wohl so ähnlich gekommen, wie wir es vermutet hatten.

Wir haben uns für heute einen Besuch in der IBN Battuta Mall vorgenommen, die ziemlich weit außerhalb der Stadt in Richtung Jumeirah liegt. Mit dem Taxi (45 Dh) ist es dennoch kein Problem und auch heute haben die Einkaufszentren ganztägig bis 22 Uhr geöffnet. Die IBN-Battuta-Mall ist eine der schönsten Malls in Dubai und verfügt über 6 Courts. Sie trägt den Namen eines berühmten arabischen Forschungsreisenden des Mittelalters, der 28 Jahre seines Lebens auf Reisen war. Markante Details seiner wichtigsten Aufenthaltsorte, wie China, Indien, Persien, Ägypten, Tunesien, Andalusien sind in der Mall nachgebildet. Neben vielen Geschäften gibt es im tunesischen Bereich außerdem einen großen Foodcourt und im chinesischen Court 21 Kinos.

Die einzelnen Themencourts sind sehr hübsch gemacht. Im tunesischen Bereich überspannt z. B. ein blauer Wolkenhimmel die Decke, der durch unterschiedliche Lichtstimmungen richtig echt wirkt. Gegen 16:00 Uhr füllt sich die Mall dann ziemlich mit Menschen und wir treten den Rückzug an.

Jetzt, gegen 17:00 Uhr spiegeln sich für ganz kurze Zeit die Gebäude im Glas der angrenzenden Hochhäuser. Also schnell im Hotel ein Stativ geholt und noch einmal die Sheikh Zayed Road entlang "flaniert". Immer wieder entdeckt man neue Details.

Am Hotel Fairmont bleiben wir ziemlich lange "kleben". Die Fassade des hohen Gebäudes wird farblich beleuchtet und alle paar Minuten wechselt dieses Farbspektrum in eine andere Regenbogenfarbe - manchmal auch zweifarbig. Wir sind fasziniert von diesem Farbspektakel, wetten auf die nächste Farbe und können uns gar nicht wieder losreißen.

Bei unserer nächtlichen "Entdeckungstour" finden wir sogar eine Überführung, die uns unbeschadet die Sheikh Zayed Road überqueren lässt. So gelangen wir auch noch zu den Emirates Towers, die einmal die höchsten Gebäude der Stadt waren, nun aber längst im Schatten der vielen umliegenden Hochhäuser stehen. Die Twin Towers sind nicht gleich hoch, aber jeder für sich hat architektonisch seine Besonderheiten. Es gibt einen Emirates Office Tower und das Jumeirah Emirates Towers Hotel. Der Hotel Tower hat ein beeindruckendes Atrium, das sich fast über die gesamte Höhe des Gebäudes erstreckt. Die Panoramaaufzügen befinden sich an der Außenfassade des Gebäudes.

Auch das World Trade Centre bestaunen wir noch und versuchen, es richtig in's Bild zu setzen. Überall sind hier Baustellen und Kräne und oft ist es schwierig, überhaupt einen Weg zu finden. Über Stock und Stein bahnen wir uns den Weg entlang der Sheikh Zayed Road. In Höhe des Crown Plaza Hotels gibt es eine Unterführung, durch die wir wieder auf die andere Straßenseite gelangen. Völlig fußlahm fallen wir ins Bett.



Samstag 21.02.2009 - Tag 8

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Dubais haben wir im Laufe der Woche besucht. Heute könnten wir an den Strand gehen, doch dafür ist es eigentlich schon viel zu warm. Wir entscheiden uns für die klimatisierte Dubai Mall und hoffen, dass es vielleicht schon etwas mehr Frühjahrskollektion gibt. Das ist allerdings nicht der Fall. Dafür bekommt man die Winterware buchstäblich zu drastisch gesenkten Preisen nachgeworfen.

Bevor wir mit dem Taxi zur Mall auf dem Festival City Gelände fahren, besichtigen wir noch schnell die Großbaustelle um den Burj Dubai. Von dieser Seite aus macht das Bauwerk schon einen recht fertigen Eindruck.

Unterwegs kommen wir an den Lagunen vorbei, die zum Naturschutzgebiet ernannt wurden. Sie liegen direkt neben der Straße und sind eingebettet in Baustellen. Hier stehen tatsächlich große Kolonien von rosa Flamingos. Wir staunen sehr. Es gibt sogar einen Hide. Allerdings klärt uns der Taxifahrer auf, dass man unbedingt für das Betreten des Gebiets ein Permit braucht. Andernfalls würde man angeblich sofort des Landes verwiesen. Ob das tatsächlich so stimmt, wollen wir nicht ausprobieren, zumal wir das große Teleobjektiv sowieso zu Hause gelassen haben. Aber es reizt uns natürlich schon, hier zu verweilen. Erstaunlich, wie die Vögel sich an die Zivilisation, die umliegenden Häuser, Kräne und Autos gewöhnt haben. Gleich hinter den eingezäunten Lagunen beginnt das Gelände der Festival City.

Die ebenfalls ganz neue Mall auf dem Gelände der Festival City hat sogar einen Ikea! Wäre ja eigentlich mal interessant zu wissen, ob es dort dann zusammensteckbare Beduinenzelte gibt, aber dieses "Shoppingerlebnis" verkneifen wir uns dann doch. Statt dessen schauen wir uns noch etwas die Mall an, amüsieren uns über Araber in der traditionellen Kandura, die den glitzernden poppigen Caps im "Ed Hardy-Shop" kaum widerstehen können und suchen uns im Außenbereich am Wasser ein nettes schattiges Plätzchen. Dort genießen wir bei leckerer Torte und Schoki die Sonne und den angenehm erfrischenden Wind. Ohne ihn ist es schon ganz schön heiß. Im Yachthafen direkt vor der Mall ankern viele kleinere aber auch einige richtig noble Yachten. Offenbar landet man hier mit der Yacht zum Shopping an. Am Ende der Anlegestellen starten und landen die Hubschrauber, mit denen man einen Rundflug über Dubai machen kann.

Gegen Abend füllt sich die Mall. Es herrscht Betriebsamkeit wie im Ameisenhaufen. Wir haben genug von Glitzer und Glamour und fahren mit dem Taxi zurück ins Hotel. Heute Abend ist noch Packen angesagt, denn morgen geht es zurück ins kalte Deutschland.


Sonntag 22.02.2009

In aller Ruhe checken wir im Hotel aus und lassen uns mit dem Taxi zum Flughafen bringen. Der soll ja so einen großen und tollen Duty-free-Bereich haben, dass wir die Zeit bis zum Abflug schon rumkriegen werden. Das Einchecken für unseren Flug erfolgt im "Selbstbedienungsverfahren". Wir werden an einen Automaten verwiesen, der das für uns erledigen soll. Das Teil scheint aber noch der Prototyp zu sein, denn so richtig funktioniert er nicht. Also müssen wir doch die nette Dame am Schalter in Anspruch nehmen und wieder einmal bekommt unsere Tasche diesen "geliebten" Anhänger "heavy". Dabei waren wir beim Geld ausgeben so diszipliniert!

Im Duty-free-Bereich sind wir schon etwas enttäuscht. Wir hatten wesentlich mehr Geschäfte erwartet und auch das Angebot ist nicht so umwerfend. Gut, es gibt auch hier noch die Winterware, die ohnehin nicht mehr interessant ist; aber trotzdem. Wir hatten mehr erwartet. Diesmal beugen wir vor und essen noch ordentlich, bevor wir in den Flieger steigen.

Die Crew, die den Rückflug begleitet, ist besser organisiert und wir müssen nicht so lange auf Essen und Trinken warten, wie auf dem Hinflug. Das Personal ist eine bunt gemischte internationale "Truppe", die aus Afrika, Weißrussland, Georgien, Iran, Lybien, ... stammt. Es ist sicherlich nicht einfach, all diese unterschiedlichen Mentalitäten unter einen Hut zu bekommen. Wohlbehalten landen wir in Frankfurt und sogar das Wetter reißt sich etwas zusammen. Immerhin kommen wir trocken nach Hause.


Fazit:

Auch wenn das Taxifahren in Dubai nicht wirklich teuer ist, muss man schon gut zu Fuß sein, um die Stadt entdecken zu können. Immerhin hat dieses einwöchige Fitnessprogramm dazu geführt, dass wir jeder ein paar Schuhe buchstäblich durchgelaufen haben.

Eigentlich waren wir ein Jahr und einen Monat zu früh in Dubai. Mit der Inbetriebnahme der neuen Metro werden Touristen (natürlich nicht nur die) wesentlich flexibler, da das Netz recht gut verzweigt ist und alle wesentlichen Location angefahren werden. Man kann sich dann unabhängig und ungeachtet von Staus von A nach B bewegen.

Wer beim Shoppen nicht an der Restware der vergangenen Saison interessiert ist, für den ist 4 Wochen später, also etwa Mitte/Ende März, die bessere Reisezeit. Dann gibt es die neuen Kollektionen und die Kreditkarte kann glühen.

Für unsere Zwecke war die Lage des Hotels sehr gut. Wichtig ist jedoch, dass man wirklich in den oberen Etagen wohnt, da sonst der Straßen- und Baustellenlärm stört. In der 18. Etage haben wir davon relativ wenig mitbekommen.

Als ausgesprochen angenehmen haben wir es empfunden, dass wir uns auch abends unbehelligt auf der Straße bewegen konnten. Wir haben im Verlauf unseres Aufenthaltes weder einen Bettler gesehen, noch wurden wir in irgend einer Form belästigt oder bedrängt. Auch die Händler sind in ihrem Verkaufsverhalten überhaupt nicht aufdringlich und immer freundlich.

Fotografisch hat uns das Superweitwinkelobjektiv gute Dienste geleistet. Damit ließen sich auch hohe Gebäude gut in Szene setzen. Natürlich ist ein so extremes Weitwinkelobjektiv auch Geschmackssache. Wir finden, in einem vernünftigen Umfang eingesetzt, hat es jedoch durchaus seinen Reiz. Für die Nachtaufnahmen geht natürlich nichts, ohne Stativ.


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